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Junge im Lokomat

Bedarf eines neuen Lokomat® am iSPZ Hauner

Lokomat® –  die automatisierte Gangtherapie für Kinder und Jugendliche mit Bewegungsstörungen

Gehen erfolgt (automatisiert) über bestimmte Bewegungszentren des Rückenmarks unter Kontrolle des Großhirnes. Gehen lernen bedeutet Gehen trainieren. Für jeden! Fortbewegung und Aktivität stellen jedoch die Grundvoraussetzung für eine selbstbestimmte Teilnahme am öffentlichen und privaten Leben dar und haben somit einen hohen Stellenwert für Kinder und Jugendliche während Ihrer Autonomieentwicklung.

Für Kinder mit einer (angeborenen, oder frühkindlich erworbenen) Bewegungsstörung bedeutet Gehen lernen, noch viel länger und härter üben zu müssen als gesunde gleichaltrige. Trotz intensivem Üben sind Kinder und Jugendliche mit Bewegungsstörung in ihrer Mobilität im Alltag oft nachhaltig eingeschränkt. Fortbewegung bedeutet für sie eine körperliche Anstrengung, die mit Leistungssport bei Gesunden verglichen werden kann.  Oft können sie sogar nur mit Hilfsmitteln, wie Gehwagen oder Gehstöcken gehen, oder sind sogar auf einen Rollstuhl angewiesen.

Der Lokomat® ist ein roboter-gestützter Gehtrainer für Kinder und Jugendliche ab 4 Jahren. Mit ihm ist eine automatisierte Gangtherapie in hoher Intensität möglich.  Während der Therapie können die Kinder aktiv Aufgaben lösen. Am meisten Freude macht es den Kindern in virtuellen bunten Welten eine Computerfigur (Avatar) durch verschiedene Landschaften zu steuern, dabei Schätze oder Tiere einzusammeln und damit Punkte zu gewinnen. Weitere Aufgaben sind z.B. einen Luftballon auf dem Laufband selber zu kicken, oder über kleine Polster zu steigen. Alle diese Aufgaben fördern Kraftzunahme und Bewegungsabläufe.  Gerne beobachten die  Kinder aber auch ihr korrigiertes Gangbild im Spiegel, und lernen so sich in aufrechter Haltung besser wahrzunehmen.  Zum Ende einer Therapie dürfen die Patienten „einfach“ ein Video anschauen oder Musik hören während der Roboter sie beim Gehen unterstützt.

Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Techniken zur Gangtherapie sind, dass im Training mit dem Lokomat® ein aufrechtes Gangbild – angenähert an einen gesunden Menschen – erreicht wird. Auch kann die Unterstützung durch den Roboter  jederzeit genau an die Tagesform des jeweiligen Kindes angepasst werden. So lässt sich eine deutlich längere Trainingszeit  und Therapieintensität erzielen, welches sich nach den Prinzipien des „motorischen Lernens“ positiv auf Lernerfolge auswirkt. Kinder die mit dem Lokomat® trainiert haben, wollen und können im Alltag viel mehr und besser „Laufen“.

Unser Team, von drei Physiotherapeuten und zwei Ärzten hat seit 2006 unter der Leitung von Prof. Dr. Florian Heinen ( Leiter der Abteilung für Pädiatrische Neurologie des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Klinikum der Universität München und Leiter des integrierten Sozialpädiatrischen Zentrums, iSPZ Hauner) grundlegende Pionierarbeit zur Einführung roboter-gestützter Übungssysteme am Beispiel des Pediatric Lokomat® geleistet. In mittlerweile mehr als 10 wissenschaftlichen Arbeiten (siehe Referenzen im Anhang) wurde die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des Lokomattrainings belegt. Die Ergebnisse dieser therapiebegleitenden Forschungsarbeiten zeigen, dass die Interaktion zwischen Kind und Maschine sicher ist, eine deutliche Verbesserung von Ganggeschwindigkeit und Ausdauer im Alltag erzielt werden kann und weitere alltagsrelevante Tätigkeiten (Körperpflege, Transfers, Treppensteigen, etc.) anhaltend verbessert werden können. Diese Verbesserungen im Alltag bleiben meist auch im Langzeitverlauf (Therapie-freien Monaten) erhalten. Eine dreimalige (entwicklungsbegleitende Lokomat-Therapie  über 3x3 Wochen in 2,5 Jahren) während des ersten Lebensjahrzehnts führt darüber hinaus zu einer Beschleunigung der motorischen Entwicklung bei Kindern mit Bewegungsstörungen, welche den zu erwartenden „natürlichen“ Entwicklungsverlauf im Rahmen der Bewegungsstörung übersteigt.

Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden therapiebegleitend ohne Mehraufwand für den Patienten und seine Familien gewonnen und weitere Forschungsprojekte finden kontinuierlich vor Ort, aber auch im nationalen und internationalen Verbund mit anderen Kliniken statt.

Der Pediatric Lokomat® am Hauner war (1. Generation, zeitgleich mit dem Kooperationspartner in Zürich, Schweiz) der erste weltweite Gang-roboter für Kinder ab dem 4. Lebensjahr. Die technische Weiterentwicklung des Lokomat® hat in den letzten Jahren eine neue Generation von Gang-robotern hervorgebracht, sodass der mittlerweile  10 Jahre alte Gang-roboter nicht mehr „up-to-date“ ist: Eine der grundlegendsten Verbesserungen der neuen (6.) Generation ist die Erweiterung des Bewegungsumfanges im Hüftgelenk (Seitbewegung), welche das Gangbild im Training noch „normaler“ wird. Hierdurch ist eine weitere Verbesserung des Therapieeffektes zu erwarten. Wie bei allen technischen Geräten zeigt auch der aktuelle Lokomat® zunehmend größeren Bedarf an Verschleißreparaturen, sodass die Notwendigkeit für einen neuen Lokomat in unserer Institution zunimmt.

Die Anschaffungskosten von derzeit ca. 300.000 € (siehe Kostenvoranschlag Pediatric Lokomat®) kann als Großgerät nicht über den klinischen Bedarf der Institution gedeckt werden, sondern lässt sich nur über Spendenmittel finanzieren. Eine Initialfinanzierung liegt bereits vor.

Die Kinder vom iSPZ Hauner werden Ihnen Ihre großzügige Spende danken!

Hauner Verein

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